Geschichte des Rasensports in Nörten-Hardenberg Drucken E-Mail

Geschichte des Rasensportes und des Spiel- und

Sportvereines in Nörten-Hardenberg

Das Fußballspiel wurde in Nörten-Hardenberg bereits seit dem Jahre 1894 betrieben. Pastor Reuter, der den evangelischen Jünglingsverein leitete,

ließ damals während des Sommerhalbjahres an jedem Sonntag auf dem der Weidegenossenschaft und heute der Realgemeinde zustehenden Anger und Bleicheplatz an der Leine, dem sog. Ölligbühl, Jugendspiele, darunter besonders auch das Fußballspiel, durchführen.

Dieses wurde dann aber den Mitgliedern des Vereins seitens der Weidegenossenschaft untersagt, damit die Obstbaukulturen keinen Schaden erleiden sollten.

Im Jahre 1910 erhielt der Männerturnverein von 1893 vom Magistrat das Recht, auf dem Ümmelberg, der zur Hälfte der Feldmarkgenossenschaft gehörte, einen Spielplatz anlegen zu dürfen. In den folgenden Jahren wurde dort von den konfessionellen Jugendvereinen und vom Turnverein allerlei Ball- und Turnspiele durchgeführt.

Am 11. Juli 1911 war vom Bürgervorsteherkollegium ein Ortsausschuss für Jugendpflege gebildet worden, dem Vertreter des evangelischen und katholischen Jünglingsvereins angehörten.

Nach einem Beschluss dieses Ausschusses fanden an jedem 1. und 3. Sonntag des Monats während des Sommerhalbjahres gemeinschaftliche Spiele der gesamten männlichen Jugend, und zwar unter besonderer Aufsicht der Lehrer und Geistlichen bzw. der Vereinsvorsitzenden oder Vertreter der Fleckengemeinde statt.

Im April 1912 gaben einige junge Leute die Absicht kund, selbständig einen Fußballverein ohne Mitwirkung des Ortsausschusses zu gründen. Diese Gruppe splittete sich von den Jugendverbänden ab und gründete ganz unabhängig davon den ersten Fußballclub in Nörten-Hardenberg. Der Ortsausschuss glaubte, dass der Grund zu dieser Neugründung der jungen Leute in ihrer Auflehnung gegen jegliche Autorität zu suchen sei; deshalb sollte jegliche Mitwirkung und Beihilfe zu dieser Neugründung verweigert werden.

Der „Fußball-Club Nörten 1912“ war nun aber jedenfalls auf den Plan getreten und hatte seitdem ein zähes Leben bewiesen. Zu einem feststehenden Verein mit eigener Satzung wurde der Club erst im Jahre 1914, als er auch einen neuen Namen annahm. Am Abend des 7. Juni 1914 wurde der Fußballclub Nörten-Hardenberg durch 12 junge Männer im Hotel Kronprinz gegründet.

Gründer waren u.a.: A. Stockfisch, A. Behrens und A. Opolka.

Noch bekannte Spieler der 1. Fußballmannschaft in Nörten-Hardenberg waren zu dieser Zeit:

Hermann Piepenbrink, Gustav von der Straaten, Eduard Fricke, Albert Behrens, Georg Prell, Heinrich Hampe und August Fricke.

Die Satzungen wurden erst in der außerordentlichen Versammlung vom 21. März 1964 genehmigt.

§ 1 der Satzung lautet:

Es besteht unter dem Namen Spiel- und Sportverein ein Verein, der den Zweck hat, seinen Mitgliedern durch Fußballspielen und Leichtathletik Gelegenheit zur Stählung des Körpers zu geben und die Freundschaft, Geselligkeit und Einigkeit unter den Mitgliedern zu fördern.

Infolge des Ausbruchs des 1. Weltkrieges wurde die Ausübung des Fußballsportes in den Jahren 1914 bis 1918 unterbrochen, wenngleich in den ersten Kriegsjahren gelegentlich noch Spiele stattfanden.

Erst im Frühjahr 1919 erwachte der Fußballclub wieder zu neuem Leben. Der Verein benannte sich fortan Spiel- und Sportverein 1919 Nörten.

1. Kapitän war damals (28. März 1919) Hermann Piepenbrink .

A. Fricke wurde zum 2. Kapitän gewählt.

Weiterhin war A. Behrens der Schriftführer, sein Stellverteter war H. Brundig, Kassierer wurde A.Opolka, J. Ochsenfarth der stellv. Kassierer und E. Heise war für die Geräte zuständig.

Am 31. August 1923 betrug der Monatsbeitrag für den Verein 100.000 Reichsmark und bereits am 12. Oktober 1923 10.000.000 Reichsmark. Der Kassenabschluss für das Jahr 1923 weist Einnahmen in Höhe von 32.5000.000.000 Reichsmark und Ausgaben von 16.260.000.000 Reichsmark auf.

Ab 1926 wurde dann auch an leichtathletischen Wettkämpfen teilgenommen. Siegerpreise errangen damals: W. Völker, K. Bode,

E. Kannengießer, C. Engelhard, H. Krätzer, H. Fürchtenicht und W. Möhle.

Den Turn- und Jugendspielen in Nörten-Hardenberg standen in dem Mangel an einem geeigneten Spielplatz seit jeher ein großes Hindernis entgegen.

Im Jahr 1895 beklagte sich der Bürgermeister Weidehaus, dass in der Fleckengemeinde keine Gemeinplätze vorhanden seien, auf denen Volksspiele abgehalten werden könnten. Der einzige gemeine Platz, der vorhanden sei, sei oberhalb Nörtens der Schützenplatz neben dem Feuerteich, der aber zur Aufführung von Spielen durch den evangelischen Jünglingsverein zu klein sei.

Im Jahre 1920 wurde der Schützenplatz zu einem Kriegerdenkmalsplatz umgestattet.

1921 spielte die 1. Mannschaft in der C-Klasse des Fußballverbandes.

Angesichts dieser Raumnot war es zu verstehen, wenn die Vereine mit jedem Platz vorlieb nahmen, der sich ihnen bot. Sie verschmähten deshalb auch nicht, auf dem schmalen Rücken des Ümmelberges, jenseits der Leine, über den seit 1953 die Bundesautobahn führt, ihre Spiele auszutragen. Der lindenumstandene Platz befand sich auf der Nordseite des Bergers vor „Reupers Holz“. Für die Fußballer war es allerdings lästig, dass an jedem Spielsonntag jedes Mal die Tore zum Ümmelberg gefahren und aufgestellt werden mussten. Unangenehm war es auch, dass der Fußball oft den steilen Berghang hinunterflog, wodurch der Spielablauf stark beeinträchtigt wurde.

Nach 1919 gelang es dem Club, eine 4 Morgen große Weide neben der Leinebrücke am Krupanger vom Grafen von Hardenberg zu pachten, auf der bereits in den vorher vergangenen Jahren durch den Jugendpflegeausschuss und die beiden Volksschulen spiel veranstaltet wurden. Doch auch dieser Platz hatte große Nachteile. Er war uneben und lag dazu unmittelbar am

Leinefluss, so dass bei jedem Spiel der Fußball mehrmals in die Leine befördert wurde, worauf er dann mit einer langen Stange wieder aus dem Wasser gefischt werden musste. Ferner war der Platz fast in jedem Frühjahr dem Hochwasser ausgesetzt.

Infolge dieser Unzulänglichkeiten war es seit Jahren das Bestreben des Sportvereines, in unmittelbarer Nähe des Fleckens einen Sportplatz zu besitzen. Da dies auch im Interesse der Schulklassen lag, die bei sportlichen Veranstaltungen den Platz dann mitbenutzen konnten, so entschloss sich der Magistrat, im Jahre 1931 dieser Frage näher zu treten. Aus Mitgliedern des Bürgervorsteherkollegiums wurde ein Arbeitsausschuss gebildet zwecks Baues einer Badeanstalt und Anlegung eines Sportplatzes.

Aber erst im Jahre 1936 wurden nach langjährigen Verhandlungen seitens des Grafen von Hardenberg auf der Büntebreite 5 Morgen Acker Land zur Anlage eines Sportplatzes der politischen Gemeinde gegen jährliche Pachtzahlung zur Verfügung gestellt. Mit tätiger Hilfe aller örtlichen Vereine, sowie Spendenaufkommen, wurde das Gelände an der Südwest-Ecke der Bünte zu einem Sportplatz ausgebaut. Die großzügige Herrichtung der Anlage führte im Sommer 1939 zu einem Abschluss.

Am 11. Juni 1939 konnte die Einweihung des schönen Sportplatzes stattfinden. Die Badeanstalt dagegen wurde erst viel, viel später errichtet.

Im Jahre 1933 ging der Männerturnverein von 1893 mit in den Spiel- und Sportverein auf, der sich nunmehr vorübergehend Turn- und Sportverein nannte.

Nach der Katastrophe des 2.Weltkrieges 1939/1945 ruhte die Vereinstätigkeit zunächst völlig.

Im April 1945 wurde das Protokollbuch von 1928 bis 1945 beim Einmarsch der Amerikaner verbrannt.

Ein halbes Jahr nach Ende des 2. Weltkrieges, am 06. Oktober 1945, kam es zur ersten Generalversammlung. Die damalige Militärregierung ließ einen Sportverein wieder zu; er legte sich daraufhin den alten Namen „Spiel- und Sportverein Nörten-Hardenberg“ wieder zu.

Gezählt wurden in dem Verein 140 Mitglieder.

Schon bald entstanden neue Sparten.

Gegründet wurde eine Handball- und Leichtathletiksparte .

Auch eine neue Tischtennisabteilung wird durch O. Duensing, F. Hilke jun., A. Brandes, P. Eiben, E. Vogel und A. und R. Becker neu gegründet.

Leider musste die TT-Abteilung ihr Trainingsdomizil stetig wechseln, und zwar zwischen dem Clubzimmer im Hotel Kronprinzen, dem Saal des Ratskellers, dem Angersaal, dem Hotel Deutscher Hof, der Baracke am Rathaus, der neuen Turnhalle und Angerstein.

Bei der Fußballabteilung gab es stetig Erfolge zu vermelden:

Die 1. Herrenmannschaft stieg über die Kreisklasse und Bezirksklasse in die Amateurliga auf.

Auch die 2. Mannschaft stieg von der 3. Kreisklasse über die 2. Kreisklasse in die 1. Kreisklasse Göttingen und später in die Kreisliga Northeim auf.

Der Verein führte mit seiner TT-Abteilung und der Fußballabteilung von 1955 bis 1964 zahlreiche nationale und internationale Freundschaftsspiele durch, u.a. durch Besuche in der Lutherstadt Eisleben und Vergleichskämpfe mit der Betriebssportgemeinschaft Aktivist Klostermannsfeld.

Im Jahr 1958 wurde das Länderspiel Frankreich – Deutschland in Paris besucht, wonach ein Freundschaftsspiel der 1. Herrenmannschaft gegen Racing St. Mènehould stattfand.

Des Weiteren fanden zahlreiche Besuche von Mannschaften aller Abteilungen in Berlin statt, wobei eine besondere Freundschaft mit dem FC Stern Siemensstadt Berlin entstand.

Im Jahre 1963 erbaute die Fleckengemeinde für den Sport an beiden Volksschulen im Orte eine Turnhalle und einen 2. Sportplatz, zu welchem wiederum Graf von Hardenberg das Gelände An der Bünte zur Verfügung gestellt hatte.

Am 22./23. September 1963 erfolgte die Einweihung dieser Turn- und Sporthalle und eines 2. Sportplatzes.

Das Einweihungsspiel führte die 1. Herrenmannschaft des SSV Nörten-Hardenberg am 23. September 1963 gegen den Sportverein von 1896 Hannover (Vertragsligareserve) (heute Hannover 96 1.Fussball-Bundesliga) aus.

Das Spiel endete 2 : 3.

Im Jahr 1964 waren folgende Mannschaften aktiv:

Fußballabteilung : 4 Seniorenmannschaften, 7 Jugendmannschaften

Handballabteilung : 1 Mannschaft

TT-Abteilung : 4 Herrenmannschaften, 1 Damenmannschaft, 2 Jugendmannschaften.

Der Vorstand setzte sich 1964 wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: G. Ludwig

2. Vorsitzender: W. Tennstedt

Schatzmeister: H. Thorwart

Schriftführer: W. Otto

Fachwart Fußball: K. Harms

Fachwart Handball: G. Standtke

Fachwart Tischtennis: H.H. Hüter

Jugendabteilung : H. Kuntze

Ältestenrat: H.Opel, H. Piepenbrink, H. Becher,K. Washausen, K. Hampe,

Am 01.01.1964 zählte der Verein 628 Mitglieder.

Vom 16. bis 18. Mai 1964 feierte der Verein sein 50. Jubiläum. Anläßlich des Jubiläums wurde eigens ein großes Festzelt auf dem Anger aufgebaut.

Drei Tage lang wurde viel Sport auf den Sportplätzen geboten und in den Festzelten auf dem Anger gefeiert.

Die Jubiläumsveranstaltung begann mit einem Pokalturnier.

Teilnehmende Mannschaften:

Bovenden

Hardegsen

Hillerse

Höckelheim

Holzerode

Langenholtensen

Sudheim

Nörten-Hardenberg

Am 17. Mai 1964 wurde ein Pokalturnier mit folgenden Mannschaften durchgeführt:

SV Bovenden

Eintracht Einbeck

Blau-Weiß Adelebsen

VFL Herzberg

SV Moringen

VFB Northeim

TSG Schlarpe

SSV Nörten-Hardenberg

Am 18. Mai 1964 fand am Ehrenmal eine Kranzniederlegung statt und ab 13.00 Uhr ein großer Festumzug durch Nörten-Hardenberg.

 

Im jahr 1966 war der SSV Nörten im Bezirkspokalendspiel und spielte gegen Edesee.

Das Spiel wurde durch den SSV mit 3:1 gewonnen und war somit Bezirkspokalsieger, gleichzeitig der größte sportliche Erfolg auf Pokalebene. Auf dem weg ins Endspiel wurden die nachstehenden Mannschaften SSV Göttingen mit 6:1, TUSPO Holzminden mit 7:1 und der VFL Hildesheim mit 5:4 nach Verlängerung bezwungen.

In der im Juni 1970 stattgefundenen Generalversammlung wurde Erich Dräger zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1971 wurde wiedrum ein neuer Vorstand gewählt:

Der Vorstand bestand dann aus:

1. Vorsitzender    Carl Piepenbring

2. Vorsitzender    Wolfgang Wenke

Schriftführer        Walter Otto

Jugendwart        Horst Grünheidt

Kassenwart        Christian Thorwart

Spielausschußobmann    Achim Siewert

Die 1. Tischtennismannschaft stieg von der 1. Bezirksliga in die 2. Verbandsliga auf.

Da 8 Spieler den Verein verlassen hatten, wurde die 1. Fußballmannschaft neu aufgebaut.

1972 wurden Baupläne für ein größeres Sporthaus erstellt.

Nach dem Abstieg der 1. Herrenfußballmannschaft in die Bezirksklasse wurde ein 11. Platz erreicht.

 

 

 

 
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